Landschaftsarchitektur
Warum sollte sich ein angehender Architekt mit Landschaftsarchitektur aus einander setzen?
Über 90% unserer Umwelt- Landschaft und Stadt- besteht aus freiem Raum. Freiraum prägt das Bild und die Atmosphäre einer Stadt ebenso stark wie die Hochbauten.
Immer mehr verschwimmt die klare Grenze zwischen Gebäude und Außenraum, zwischen innen und außen. Diese Verzahnung lässt hybride Räume entstehen; die Landschaft ist nicht mehr nur der Raum um das Gebäude (Dach, Terrasse, Balkon, Garten …), sondern das Gebäude wird zunehmend zum Bestandteil der Landschaft.
Die Landschaft ist das Verbindende, das eine großmaßstäbliche Beschäftigung mit der gesamten Umwelt erlaubt. Dies umfasst Architektur und Städtebau genauso wie „überregionale“ Themen Landwirtschaft, Hochwasserschutz, Infrastrukturmaßnahmen, Klima- sowie Naturschutz, Wasser- und Ressourcenschutz bis hin zu wirtschaftlichen Parametern. Themen wie die Umwidmung von Konversionsstandorten und die Frage, wie neue Produktionsabläufe und -techniken unsere gewachsene Kulturlandschaft verändern werden, bedingen ein umfassendes Verständnis von den Zusammenhängen der einzelnen Komponenten in unserer gebauten Umwelt.
In den letzten Jahren erweist sich die Landschaftsarchitektur zunehmend als Motor der Stadtentwicklung. Ohne Freiraumplanung ist heute kein architektonisches Projekt mehr durchführbar. Kenntnisse über Freiraumplanung stellen deshalb einen notwendigen Baustein der Architekturlehre dar. Aufgrund dieser Verzahnung ist die Landschaftsarchitektur ein notwendiges Modul der Architekturlehre, das in viele unterschiedliche Aspekte der Architektur integrieren lässt.
Aber auch im „klassischen“ Repertoire von Straße, Platz und Park müssen die Grundlagen vermittelt werden, z.B. was das Setzen von Einzelbäumen, Baumreihen, Baumalleen und -gruppen betrifft. Ohne diese Übung entstehen „Perlenketten“ von Bäumen- ohne Gefühl für Raum, Fläche und Atmosphäre.

