Am Kaiserhafen I

Porocity, SS2010, Charlotte Schmidt

Die Seestadt Bremerhaven befindet sich in einem dynamischen Entwicklungsprozess und hat sich besonders in den letzten Jahren zu einem maritimen Zentrum der Forschung, Hochtechnologie, Kultur und des Tourismus entwickelt. Moderne Forschungseinrichtungen im Klima- und Energiebereich, neue Produktionsstandorte für Windenergieanlagen und eine einzigartige Wissens- und Erlebniswelt zum Thema Klima verlangen nicht nur veränderte politische Strategien zur Positionierung Bremerhavens im Wettbewerb um Innovation, Kompetenz und Arbeitsplätzen, sondern auch stadtstrukturelle Authentizität, um dem selbst erhobenen Anspruch einer „Klimastadt“ gerecht werden zu können.
Vor diesem Hintergrund soll rund um den Kaiserhafen I ein neues Stadtquartier entworfen werden. Es ist eine intelligente Strategie zu entwickeln, durch die ein urbaner Stadtteil mit unverwechselbarem Charakter und starker Identität entsteht. Mit einer variablen Dichte und konzentrierten Außenräumen soll der Nachfrage nach unkonventionellem und hochwertigem Wohnraum gekoppelt mit innovativen Lösungen für klima-assozierte Forschung und „Wissenindustrie“ oder artverwandten Wirtschaftszweigen nachgekommen werden.

Korreferent Prof. Michael Szyszkowitz

 

Die nachfolgende Galerien zeigen Entwurfsergebnisse von:

Anne Busemann

Zeruja Hohmeier

Mirjam Scharnofske

fast forward

Gestaltwandel Braunschweiger Stadtentrees

Neu, modern und vor allem autogerecht waren typische Merkmale des Städtebaus der Nachkriegszeit, die auch den Wiederaufbau der Braunschweiger Innenstadt nach der nahezu vollständigen Zerstörung maßgeblich beeinflussten. Eine verkehrsgerechte Planung mit z.T. überdimensionierten Transferräumen prägt die Stadtentwicklung bis heute.

Das unweigerliche Ende des Zeitalters fossiler Energien wird vorrausichtlich wiederum einschneidende Veränderungen des städtischen Raums zur Folge haben und damit einen Gestaltwandel in Gang setzen.
Ausgangspunkt des Seminars ist zunächst eine Auseinandersetzung mit der historischen Entwicklung der Braunschweiger Stadteingänge im Bereich der Okerumflut. Die TeilnehmerInnen des Seminars untersuchen gemeinsam mit Studierenden der HBK Braunschweig die urbanen Räume unter anderem hinsichtlich Gestaltung, Dichte, Funktion, Maßstab und Atmosphäre; immer unter Berücksichtigung des jeweiligen zeitlichen und kulturellen Kontextes.

Vor dem Hintergrund einer sich bereits abzeichnenden Endlichkeit fossiler Energien sollen im Anschluss an die Analyse Ideen, urbane Szenarien für einen zukünftigen Gestaltwandel der Stadtentrees entwickelt werden (Braunschweig nach dem Öl).

Neben Konzepten zur baulichen Umgestaltung, Neuaneignung, Markierung oder Umnutzung sind auch Ideen zu situativen Zwischennutzungen möglicher Leerräume denkbar. Dabei werden verschiedene Zeitebenen und Raumzustände eines Ortes diskutiert, beschrieben und bildhaft gemacht.
Themenbezogene theoretische Ansätze und Raumkonzepte sowie deren Umsetzung in aktuellen Kunst- und Bauprojekten begleiten das Seminar.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Institut für Kunstwissenschaft, HBK Braunschweig, Prof. Dr. Mönninger, statt.

Jens Lehmann (TU), Juliane-Marie Nickel (HBK), Vincent Marius Szur (HBK), Lena Nölkenbockhoff (HBK)

Ausstellungsfotos während des Rundgangs 2011

im Foyer der Hochschule für Bildende Künste

Dynamic City

Waterfront Lanzhou, Dynamic City von Jens Lehmann

Jens Lehmann gewinnt Preis beim BDB-Studentenförderpreis

Am 26. März 2011 entschied die Jury, unter Vorsitz von Prof. Claudia Lüling, Architektin und Hochschullehrerin Berlin und Frankfurt, drei Förderpreise zu verleihen und fünf Anerkennungen auszusprechen. Insgesamt wurden 74 Arbeiten eingereicht. Den Förderpreis erhielten Jens Lehmann für die Arbeit „Dynamic City“, Jens Johannisson für die Arbeit „Von der Kraft des Wassers …“ und Frank Lindner und Elias Fuchs für die Arbeit „Ein Haus heute“. Prämiert wurden Studienarbeiten, die für die Entwicklung des Bauens unserer Zeit beispielhafte Gebäude, Ingenieurbauwerke und Konstruktionen zum Thema hatten. Für die Preise wurde vom BDB ein Gesamtbetrag von 5.500 Euro zur Verfügung gestellt.

Weitere Infos in:

BDB Studentenförderpreis 2011

Deutsche Bauzeitung 05/2011

Bund Deutscher Baumeister

 

Auszug aus der Beurteilung der Jury zu dem Entwurf „Dynamic City“:

Was diesen Entwurf so besonders macht sind gleich mehrere Aspekte. Es wird versucht, sehr analytische Ansätze mit denen des parametrischen  Entwerfens zu verbinden. Dabei wird die Stadt bzw. ein städtebauliches Quartier als Vision definiert, die nicht nur optimierte städtebauliche Qualitäten aufweist, sondern mit verschieden Parametern Einfluss nimmt auf Stadtstrukturen, Gebäudeblöcke, Funktionsbereiche und Gebäudeformen. Sehr intensiv und mit hoher Detailtiefe für städtebauliche Qualitäten zeigt der Entwurf, wie sich mit parametrischem Planen unterschiedliche städtebauliche Varianten und Möglichkeiten verschiedener Nutzungsabhängigkeiten und Funktionsstrukturen verändern und optimieren lassen. Die Berechnungen waren Basis für die Planung von optimierten Gebäudeabständen, Straßenbreiten und Funktionszuordnungen.

Eine gleich hohe Bedeutung hat bei diesem Entwurf die Untersuchung von Nachhaltigkeitsaspekten. Auch hier wurden unterschiedliche Parameter eingesetzt, untersucht und optimiert. Das betrifft zum Beispiel die Verschattung von Gebäuden, Plätzen und Straßen, die Berücksichtigung von energieeffizienten Maßnahmen und reicht bis zu dem Einsatz regenerativer Energien mit dem Ziel, ein Stadtquartier energieautark betreiben zu können.

S.C.N. synergetic climate network

Waterfront Lanzhou, S.C.N. von Alexandra Hübner

Anerkennung für den Entwurf von Alexandra Hübner beim BDB-Studentenförderpreis

Weitere Infos …

S.C.N. City ist das Synonym für eine solar- und windoptimierte grüne Stadtvision im Herzen von Lanzhou. Der städtebauliche Entwurf basiert auf der Umsetzung der regionalen klimatischen Bedingungen in ein Stadtmodell, das energetische Nachhaltigkeitskonzepte ebenso integriert, wie zur Steigerung der Lebensqualität der Bewohner beiträgt. Das komplexe Stadtquartier ermöglicht eine hohe Dichte, flexible Nutzungseinheiten und optimale Belichtung zur Optimierung von Solarund Photovoltaikanlagen. Das Grünraumsystem des Areals setzt sich aus Höfen und terrassenartig angelegten Grünflächen und Gärten zusammen. Die Basis des Entwurfes bildet ein sich nach Süden hin auflockerndes Hofsystem, das den Grünraum des Huang He in das Stadtzentrum fließen lässt. Die Ausgestaltung ist eine Neuinterpretation des alten chinesischen Hofhauses. In den Untergeschossen des Planungsareals wird durch die Höfe eine natürliche Belichtung ermöglicht.

Von Süden nach Norden hin nimmt der Entwurf das unterirdisch geplante Shoppingcenter vor der Moschee Xiguan auf. Das Nutzungsprogramm beginnt mit den Konsumgelegenheiten und staffelt sich nach Norden hin über Dienstleistungen, Restaurants, Kulturangebote bis zur Wohnbebauung. Dadurch entsteht ein vielschichtiger öffentlicher Erlebnisraum, der sich über mehrere Etagen mit den Höfen verbindet. Ab dem Erdgeschoss wird dieses Wegenetz durch ein öffentliches Straßensystem vervollständigt, das sich an den wichtigsten Punkten der Umgebung orientiert und einen zentralen Platz ausbildet.

Das gesamte Stadtquartier orientiert sich an der optimalen Belichtung über das ganze Jahr. Die Höfe dienen dabei als strukturelle Grundlage für die Gebäude des Areals. Mit der Zunahme der Dimension der Höfe und deren Abstände, werden auch die Gebäude größer und höher. Über die Abstände der Gebäude zueinander wird eine möglichst geringe Verschattung im Winter erreicht. Verbindungspunkte im Gesamtsystem sind Klimaräume, die in die südlichen Fassaden integriert sind. Sie sorgen über thermischen Auftrieb für eine optimale Luftzufuhr in dem gesamten Gebäude. Im Inneren, als vertikale Gärten ausgeprägt die als Erlebnis- und Begegnungsstätte dienen, sind die Klimaräume direkt mit den horizontalen Gärten und Höfen verankert. Eine Verschattung wird über die in die Glasfassade integrierten Photovoltaikanlagen erreicht. S.C.N. City verbindet qualitativ hochwertige Räume mit zukunftsweisenden energetischen Systemen.

Johannes-Göderitz-Preis 2011

Das Wettbewerbsareal befindet sich im Harburger Binnenhafen und hat sich bereits als Büro- und Forschungsstandort etabliert. Das Thema Wohnen wird derzeit an mehreren Standorten auf der Schloßinsel, am Schellerdamm und am Kaufhauskanal entwickelt. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Aufwertung der Freiräume, wie die Entwicklung des Kanalplatzes, des Schloßinsel-Parks oder der Lotsepromenade.

Im Wettbewerb soll die Frage nach unkonventionellem und hochwertigem Wohnraum beantwortet werden und so auf experimentelle Weise ein vitales, durchmischtes Stadtquartier entstehen. Folgende Fragen sind dabei wesentlich:

_Wie läßt sich aus der hafenaffinen Situation ein städtebauliches Gesamtbild erzeugen?

_Wie kann die Identität des Ortes weiterentwickelt und ein Quartier besonderer Charakteristik geschaffen werden?

_Welche Typologien (Wohnen, Gewerbe und Mischtypologien) sind geeignet?

_Was kann diesen Standort in zentraler Lage von Harburg attraktiv machen?

_Welche unterschiedlichen Freiraumqualitäten können in diesem Gebiet geschaffen werden?

Neue Mobilitätskonzepte, die u. a. die Anbindung für Fußgänger und Radfahrer an die Harburger Innenstadt ermöglichen, lassen Spielräume im Umgang mit der urbanen Struktur. Die bestehenden und neu gedachten Freiräume sollen aufgewertet werden und die Uferkante erfahrbar gemacht werden.

Dieses Jahr nehmen Studierende der Hafen City Universität Hamburg, der Leibniz Universität Hannover, der Fakultät für Architektur Karlsruhe, der Technischen Universität Darmstadt und der Technischen Universität Braunschweig an dem Wettbewerb teil.

Einführung: 07.04.2011 10-12h, Ort: BS4, 8.OG

Exkursion: 19.04.2011

Abgabe Entwurf: 07.07.2011

Abgabe Wettbewerb: 16.09.2011!

urban lab_parametric urbanism

Steven Hahnemann

In diesem Seminar werden neue städtebauliche Strukturen experimentell entwickelt und getestet. Begleitet durch kurze Seminare (Methodik und Software) wird eine prozesshafte und regelbasierte Entwurfsmethodik, parametrisches Entwerfen im Städtebau vorgestellt.

Zur Bearbeitung des Seminars wird die Software Generative Components (GC) zur Erzeugung und Steuerung parametrischer Entwurfsprozesse eingesetzt. Erfahrungen im Bereich der digitalen Entwurfsproduktion werden vorausgesetzt.

In aufeinander aufbauenden Entwurfsübungen wird zunächst ortlos ein regelbasiertes Konzept entwickelt, das später auf einen konkreten Ort angewendet werden kann. Die Entwurfsbearbeitung erfolgt in Gruppenarbeit (max. zwei Studierende).

Die generierten, parametrischen Strukturen werden auf ihre Qualität, räumliche Wirkung und Ästhetik sowie Maßstäblichkeit in verschiedenen Medien überprüft. Um das jeweilige Seminarstadium besser beurteilen und entwurfsimmanent weiter ausarbeiten zu können, werden diese jeweils durch Rapid Prototyping materialisiert.

 Steven Hahnemann

Heimspiel

Martin Franck / Hendrik Lindemann

Der Titel “heimspiel” steht für die Auseinandersetzung mit innovativen und flexiblen Wohnkonzepten für ein Areal an der Hamburger Straße in direkter Nähe zum Braunschweiger Eintracht-Stadion. Es soll eine lebendige Wohnlandschaft entwickelt werden, die neue Formen des Zusammenlebens in unserer Gesellschaft berücksichtigt und den sich ändernden Ansprüchen der Bewohner gerecht wird. Gleichzeitig ist gefragt auf die durch Freizeitangebote und temporäre Nutzung geprägte Umgebung entwurflich zu reagieren

Entwurfsergebnisse von Hendrik Lindemann + Martin Franck, Jamie Queisser + Leif Buchmann, Roman Bossmeyer + Isabella Lorenz, David Goradza + Lukas Besser

 

stm6

Waterfront Lanzhou, “stm6” von Steven Hahnemann

Steven Hahnemann

Lanzhou zählt bereits seit Jahren zu den dreckigsten Städten dieser Erde. Das hohe Verkehrsaufkommen und die sich immer weiter ausbreitende Industrie lassen die Stadt in einer CO2 Dunstglocke versinken. Besonders im Winter ist die Abgasbelastung durch die vielen Kohleöfen aus den Privathaushalten auf Rekordniveau. Diese Situation verschlimmert sich von Jahr zu Jahr, da immer mehr Menschen vom Fahrrad auf ein eigenes Auto wechseln. Darüber hinaus steigt auch der Energiebedarf pro Kopf. Die Wohnung werden in den Sommermonaten durch Klimaanlagen gekühlt. Die zunehmende Nutzung von Klimageräten erhöht nicht nur den Strombedarf, sondern auch die Außentemperturen in der Stadt. Ein Teufelskreis entsteht.

Integrativer Bestandteil meines städtebauliches Entwurfes sind neue Formen der Energiegewinnung, die die Menschen unabhängiger von fossilen Brennstoffen machen soll und darüber hinaus die Umwelt nicht nur schonen, im besten Falle sogar regenerieren soll. Doch wie soll das funktionieren? Die Natur hat über Millionen Jahre eine Atmosphäre schaffen können, die das Leben über der Meeresoberfläche zulässt. Dies ist unter anderem auf unzählige kleine Organismen zurückzuführen, welche in den Tiefen der Meere durch Photosynthese aus Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen Wasserstoff und Sauerstoff erzeugten. Dieser Prozess machte das Leben am Land und in der Luft erst möglich. Und nun, Millionen Jahre später könnte genau dieser die Schäden der CO2 Emission nicht nur Stoppen, sondern sogar umkehren.

Durch die gezielte Einbindung  von Algen in unseren Energiekreislauf könnten wir aus CO2,  Wasserstoff und Methan erzeugen und so nicht nur unsere Umwelt entlasten, sondern auch noch Strom erzeugen. Die Umsetzung dieses Prozesses wäre mit einer Kombination aus CO2 Filtern und genetisch modifizierten Algen zu realisieren. Die Filteranlagen des „air capture“ – Verfahren wandeln mittels Natriumhydroxid das Kohlendioxid in eine Natriumkarbonat Lösung um, welche sich dann als Niederschlag sammelt und damit speicherbar ist. Diese Reaktion ist durch Erwärmung umkehrbar und das Kohlendioxid wieder löslich. Das CO2 wird dann nach und nach an die genetisch veränderten und weiterentwickelten “Stm6 Algen” zugeführt, die durch Photosynthese Kohlendioxid in Wasserstoff umwandelt. Der Wasserstoff wird in Brennstoffzellen mit Wirkungsgraden bis zu 80 -90 % (Umkehrung der Electrolyse) in Strom und thermische Energie umgewandelt. Nach zwei Wochen werden die Algenkulturen schwächer und sterben.  Doch nach ihrem Tot verrotten die Algen und es bildet sich Methan. Dieses Gas kann dann ebenfalls wie Wasserstoff in Strom und Wärme umgewandelt werden. Durch die Verbrennung entsteht wieder Kohlendioxid welches dann durch die Filteranlagen zurück in das System eingespeist werden kann. Dieser Prozess macht fossile Brennstoffe eines Tages überflüssig und Gebäude zu Kraftwerken. Gebäude werden zu lebendigen Bestandteilen einer Stadt von Morgen.

.green cocoon

Waterfront Lanzhou, “.Green Cocoon” von Julia Franzke

Der soziologische Aspekt im New Urban China mit neuen Ansprüchen, die sich aus dem sich wandelndem politischen, aber auch ethischen Wertsystem ergeben, darf nicht außer acht gelassen werden. Das Land befindet sich im grundlegenden Umbruch. Jede Grundform der Gebäude steht für einen bestimmten Nutzertypus: single, couple, family oder community: Diese können in verschiedenen Varianten miteinander kombiniert werden. Die bauliche Struktur ist heterogen durchmischt, sowohl in der für China typischen Nord-Süd Ausrichtung für Wohnstrukturen als auch Ost-West für Arbeitsräume, Konsum oder kulturelle Einrichtungen. Durch ein niedriges Sockelgeschoss das öffentliche Einrichtungen, aber auch ablesbare Tanks für Energie oder Regenwasser sowie Müll, sodass jeder Block einen selbstständigen Energiekreislauf und Parkmöglichkeiten enthält, entsteht im Areal Raum zur öffentlichen Nutzung durch die Bevölkerung. Auf diesem Sockel, vom Straßenraum erhoben, entsteht ein halböffentlicher Raum für die Gemeinschaft. Es entsteht keine „gated community“ in dem Sinne, in dem wir sie aus China kennen. Vielmehr eine „shared community“. Die Wohneinheiten der höheren Ebenen dienen anspruchsvolleren Wohnbedürfnissen, für die der Bedarf im urbanen Umbruch befindlichen China steigt.

Abgeschlossen wird dieses Quartier von einer Struktur mit einer ganz anderen Formsprache, die in verschiedenen Höhen die Landschaftskante zum Huang He bespielt und durch ablesbare Tanks, in denen sowohl Grundwasser als auch Regenwasser gesammelt wird, die die Ressource Wasser thematisiert. Genutzt wird dieses Wasser für die Begrünung des Areals aber auch als Brauchwasser im Haushalt. Grün- und Nutzflächen betten sich in den städtischen Raum ein. Diese lagern sich wie Schmetterlingskokons, „green cocoons“, an der baulichen Struktur und im öffentlichen Raum an, wachsen an den Häuserfassaden in die Höhe, wobei in den Gebäuden natürlich begrünte, umschlossene Bereiche in einer ansonsten sehr dichten Stadt geboten werden. Durch die natürliche Filterfunktion der allseitig mit Rankpflanzen umschlossenen Grünräume erfolgt eine klimatische Verbesserung des gesamten Areals. Als biologische Güter werden die Pflanzen in unterirdischen Tanks die jeder Block enthält bis zur Energieproduktion im Blockheizkraftwerk gelagert. Der Energiebedarf für das Projektgebiet soll somit weitest gehend entlastet werden. Überschüssige Energie kann in Form von Brennstoffzellen ebenfalls in Tanks gespeichert werden. Strom wird ebenfalls durch den mit Photovoltaik versehenden innenliegenden, der Belichtungssituation anpassbaren Sonnenschutz des cocoons erzeugt und zusätzlich durch ein mit PV beschichtetes Band erzeugt, das die Gebäude verbindet. Damit werden auch Bereiche zwischen den Gebäuden aber auch größere Freiräume überspannt und beschattet. Dieses Band verläuft über die Dächer und an den Fassaden entlang. Das städtebauliche Konzept repräsentiert somit das übergeordnete Motto der Weltausstellung 2010 in Shanghai„better city – better life“.

Vertical Farming, Lanzhou

Waterfront Lanzhou von Marcel Sonntag

Das Entwurfskonzept bezieht sich auf die rund um Lanzhou betriebene Landwirtschaft. Durch URBAN FARMING wird der Grünflächen- und Pflanzenanteil der Stadt erhöht, mind wodurch eine erhöhte Produktion von sauberer Luft gewährleistet wird. Zudem schaffen die so neu gewonnenen Flächen hohe Aufenthaltsqualität und haben das Potential neue Kommunikationsplattformen zu bilden. Die Flächennutzung des URBANFARMING wird durch die Einbindung der natürlichen Ressourcen wie zum Beispiel Biomasse, Regenwassernutzung und Solarenergie zum zentralen Energiekonzept des Entwurfes.

Innerhalb des Quartiers gibt es mehrere Ressourcenkreisläufe, welche sich gegenseitig unterstützen und zur Versorgung des Areals beitragen. Das Areal erzielt einen Deckungsanteil von 100% durch regenerative Energien. Photovoltaikanlagen auf den Dächern und an den Fassaden versorgen die Gebäude mit Solarenergie. Überschüssiger Strom wird in das Stromnetz eingespeist. Die Vertikal Farms versorgen das Quartier nicht nur mit Biolebensmitteln, sie wandeln auch die dadurch entstehenden Bioabfälle mit Hilfe von Biogasanlagen über Methanproduktion in Strom und Wärme für das Quartier um. Regenwasser wird auf den Dächern gesammelt und in den Gebäuden genutzt. Das dadurch abfallende Grauwasser wird in Wasserspeicher geleitet, wo es recycelt wird. Anschließend wird es in die Vertikal Farms gepumpt und dient zur Bewässerung der Lebensmittel.

Die Gesamtstruktur erinnert im Aufbau an die aus der Landwirtschaft bekannten Felder.Zwei durchlaufende Hauptachsen verbindenden Flussraum und die Innenstadtraum und sorgen für eine optimale Durchlüftung und eine ausreichende Belichtung. Die entstehenden Felder sind in Communities organisiert, welche jeweils einen Freiraum besitzen. Dieser wird als Marktplatz für die angebauten Waren genutzt, und dient gleichzeitig als Kommunikationsplattform. Die Communities sind in Blockstrukturen mit privaten Innenhöfen organisiert. Die Oberfläche der Blockstrukturen gliedert sich in viele Felder, welche als private URBAN FARMS nutzbaroder durch Regenwasserauffangbecken und Solar- sowie Photovoltaikflächen besetzt sind.

Die Promenade wird mit in die Entwurfsgestaltung eingebunden, indem die in dem Areal vorhandenen Zuwegungen aufgenommen und bis an die Uferkante weiter geführt werden. An diesen Stellen wird die dort momentan vorhandene Freitreppe erhalten und überbrückt so den Höhenunterschied zum Flussufer. Die neu gestaltete Flusskantesoll vor Allem der Erholung der Bevölkerung dienen und als Ausstellungsfläche für Kleinkunst und temporäre Architektur genutzt werden.

Shanghai‘s new Islands

Jascha Fink und Leonhard Pröttel

Waterfront Shanghai, “Shanghai‘s new Islands” von Jascha Fink und Leonhard Pröttel

Auf Grundlage der typischen Landschaft rund um Shanghai, die traditionelle chinesische Stadtstruktur in Ost-China, und den klimatischen Rahmenbedingungen haben wir eine Wasser-Stadt für x Menschen entworfen, die ihren eigenen Energie-und Wasserbedarf decken, die Umweltbedingungen verbessern und genügend Raum für Handel, Dienstleistung, Produktion und Soziales bietet. Die Fuxing-Insel haben wir in insgesamt fünf verschiedenartige Bereiche geteilt. Ein großes Naturschutzgebiet, dass als Park durch die Einwohner genutzt werden kann: Einen Universitätsbereich mit Raum fürForschung, einen dichten zentralen Bereich in dem die meisten Einwohner leben, der aber auch Raum für Handel und Dienstleistung bietet, ein Bereich mit einem Schwerpunkt auf  Büros und Arbeiten sowie einen weniger dichten Bereich im Süden, der Arbeiten und Wohnen miteinander verbindet. In allen Bereichen ist das Wasser das Hauptthema, wobei die Art wie Wasser eine Rolle spielt unterschiedlich ist. In den Randzonen der Insel sind es große Bassins, in den dichteren Zonen schmale Kanäle, die jeweils rechteckige Inseln bilden. Auf diesen Inseln steht eine irreguläre, rechtwinklige Struktur, die Blöcke bildet. Mehrere Blöcke bilden in ihrer Mitte Zentren mit Märkten oder Straßen, kleine Nachbarschaften. Diese Blöcke haben in der Regel ein bis zwei Stockwerke, das untere zum Arbeiten, das obere beherbergt soziale Funktionen wie Schulen. Auf den Sockeln wohnt man in verschiedenen Typologien, angefangen bei dichten zweigeschossigen Zeilenhäusern bis zu 20-geschossigen Wohnhochhäusern. Gemeinsam haben alle Typologien, dass sie auf einer zweigeschossigen Maisonette basieren, und mindestens einen offenen Freiraum haben. Die Erschließungerfolgt verschieden als breiter Laubengang oder Straße, hat aber immer noch soziale Funktionen in Balkonen oder Plätzen. Um das Land zurück in die Stadt zu bringen und um eine alternative Nahrungsquelle als Ersatz für das bebaute Land zu schaffen haben wir einen Farm-Tower entworfen und über die gesamt Insel verteilt. Dieser filtert das Wasser des Huangpu, produziert Biogas das als Wärme und Energielieferant genutzt wird, produziert Nahrung vor Ort und beinhaltet die alte Funktiondes Landes.

Fuxing Island, Science – Energy – Exchange

Nils Fiedler und Christian Lelek

Waterfront Shanghai, Nils Fiedler und Christian Lelek

Die heutige Fuxing Insel ist geprägt von Industrieanlagen, die den Aufenthalt auf der Insel für die Arbeiter und die teilweise dort lebenden Familien durch die hohe Luftverschmutzung und den Lärm fast unerträglich machen. Gleichzeitig bietet die Insel jedoch durch ihre städtische Lage und den in der Umgebung angesiedelten Universitäten ein hohes Potential für einen Vorzeigestandort Shanghais. Der Masterplan sieht vor, die umweltbelastende Industrie der Insel auszulagern oder umzuwandeln und so ein innerstädtisches Areal für Wissenschaft, Entwicklung und Austausch zu schaffen. Gleichzeitig sollen die geplanten Wohnareale (das Areal im Norden dient vorrangig als temporäre Unterkunft für universitäre Gäste) die Möglichkeit bieten, die hier neu entwickelten Technologien in den Bereichen Energiegewinnung, Wasserklärung und Transportwesen direkt und unmittelbar nutzen zu können und so auf dem schnellsten Weg eine sich selbst versorgende Insel mitten in Shanghai verwirklichen. Es entsteht ein Austausch zwischen Theorie – Praxis – und Nutzung.

Das im Norden gelegene Universitätsareal verknüpft die bestehenden Universitäten miteinander und bildet den Gegenpol zum Technologiepark. Der Technologiepark stellt innerhalb der Entwurfsidee eine zentrale Rolle dar. Ausgehend von den wissenschaftlichen Erkenntnissen innerhalb der universitären Forschung werden diese hier direkt umgesetzt, so dass der Weg von der Idee bis zur Umsetzung möglichst kurz gehalten wird. Gleichzeitig dient dieses Areal als Schaltzentrale der energetischen Versorgung innerhalb der Insel und bietet eine Vielzahl unterschiedlichster Technologien zur Energiegewinnung wie zum Beispiel klimagesteuerte Überdachungselemente, Wasserstofftankstellen oder Gezeitenkraftwerke. Der Raum zwischen diesen beiden zentralen Arealen wird auf der westlichen Seite zum Kanal hin von studentischem Wohnen bespieltund am Huangpu River im Osten von einer Mischzone aus Universität und Technologiepark in welchem sich die theoretische Forschung der Universität dem produzierenden Gewerbe langsam annähert. Als verknüpfendes Element von Universität und Technologiepark dient der Boulevard, an welchem sich die Institute und Firmen in den Showrooms vorstellen können. Gleichzeitig befindet sich hier die Ringbahn der Kabinentaxi Linie, welche die wichtigsten Punkte der Insel miteinander verknüpft und schnell erreichbar macht. Der Individualverkehr beschränkt sich auf die Nebenstraßen und wird zunehmend durch Elektrofahrzeuge ersetzt welche an den regelmäßig angeordneten Tankstellen entlang der Energiestränge wieder aufgeladen werden können. So dass die Insel nicht nur selbst versorgend ist, sondern nach und nach auch immer weniger CO2 produziert.

Lectures “Sustainable Urban Planning” in Rio de Janeiro

Master course „Urban and Environmental Engineering“, Rio de Janeiro

The aim of this Continuing Education Program (Specialization Course) is to develop a comprehensive and multidisciplinary perspective for a sustainable development model. The basic theme of the course corresponds to infra-structure and planning, considering the environmental, technical and socio-economic demands of Brazilian metropoles.

The course is targeted to engineers, architects and other professionals in the fields of environmental and urban planning who have an interest in the analysis of the problems of large cities (environmental management, urban planning, residue management, analysis of the infra-structure life cycle, sustainable industrial development, transportation, logistics, energy, management, sociology, sanitation, natural resources in an urban environment), with special emphasis to the aspects of sustainability in our cities.

The module “Sustainable Urban Planning” is part of the International Master Program “Urban and Environmental Engineering” at the Pontifícia Universidade Católica do Rio de Janeiro.

This module implies a workshop, several lectures and exercises.The topics of the lectures are:

1. Climate and urban form

2. Urban activity

3. Mobility

Location: PUC Rio de Janeiro (Pontifícia Universidade Católica do Rio de Janeiro)

Further Information: http://www.puc-rio.br/

generative components

Generative Components ist ein Werkzeug zur Erzeugung eines parametrischen Modells durch die Erstellung und Berücksichtigung einer Vielzahl von Einflussgrößen. Dabei wird zwischen diesen in der Entstehung und Differenzierung des Systems vermittelt und dadurch eine unterschiedliche Hierarchisierung und Gewichtung von Entwurfskriterien definiert.

Im Seminar werden die Grundlagen von GC (Generative Components) als Tool zur Erzeugung und Steuerung von Entwurfsprozessen vermittelt. Das Seminar gliedert sich in zwei Phasen, nach dem Einstieg in die Grundlagen des Programms und parametrische Entwurfsstrategien folgt die Vertiefung und Umsetzung erster Entwurfskonzepte.

Die Entwurfsergebnisse werden mittels Rapid Prototyping materalisiert.

TERMINE:
Einführungsveranstaltung: 03.11. Mi, 10.00h
03.11. Mi, 14-17h
10.11. Mi, 14-17h
16.11. Di, 10-13h + 14-17h
17.11. Mi, 14-17h
18.11. Do, 10-13h + 14-17h