Advanced Urban Analysis

Advanced Urban Analysis

Entwurfsprozesse setzen, vor allem im städtebaulichen Maßstab, eine analytische Phase voraus. Diese Phase zielt auf eine situative Beschreibung des Entwurfskontextes (Genius Loci), damit der Designvorschlag gut in das zu planende Areal integriert werden kann.

Städte mit exponentiellen Wachstumsraten, sowie bereits etablierte Megacities, können nicht unter den gleichen Paradigmen verstanden werden, mit denen Städte bisher betrachtet wurden und stellen eine neue Herausforderung für die vorhandenen Entwurfsprozesse dar.

Dieses Seminar ist ein Versuch die Grenze der bekannten analytischen Vorgänge zu verschieben, um sich ein erweitertes Verständnis komplexer städtebaulichen Zusammenhänge anzueignen. Es handelt sich hierbei um ein Experiment, das auf einen fünfstufigen Abstraktionsprozess aufbaut:

DECOMPOSE - OBSERVE - EVALUATE - MANIPULATE - RECOMPOSE

Am zwei Fallbeispielen (Barcelona und Rio de Janeiro) werden wir der Frage nach versteckten Mustern, die generative Prinzipien der Städte leiten, nachgehen und diese mit unterschiedlichen Methoden und Mitteln (Parametric modelling / Allometric scaling / graphical displays) zugänglich, verständlich und nutzbar machen.

Ergebnisse von Lars Koop, Tjark Gall und Leif Petersen

 

STADTGESTALTen

Mehr als die Hälfte aller Menschen weltweit leben heute schon in städtischen Gebieten, Tendenz steigend. Dabei wollen die Bewohner zunehmend bei der Gestaltung ihres urbanen Umfeldes aktiv mitwirken. Bürgerbeteiligungen und partizipative Projekte sind inzwischen allgegenwärtig in der Stadt. Doch wie beeinflussen solche Projekte die Stadtgestalt?

Oft ist nicht sofort ersichtlich, warum bestimmte urbane Räume nicht funktionieren bzw. aus welchen Gründen sie von den Nutzern angenommen oder besetzt werden. Ein Perspektivenwechsel hilft dabei, Verständnis für die vielschichtigen Prozesse und Abläufe in einer Stadt bzw. einem Quartier zu entwickeln. Im Seminar werden wir der Aneignung von öffentlichem Raum in der Stadt nachgehen und parallel unterschiedliche Herangehensweisen an verschiedene Aspekte städtebaulicher Analysen vorstellen und diskutieren. Ergänzend dazu erfolgt in die Beschäftigung mit thematisch abgestimmter Literatur.

Das erarbeitete Wissen wird in Analysen Hamburger Stadtquartiere, in denen Bürgerinitiativen die Stadt mitgestalten, erprobt. Die Ergebnisse werden während des Seminars in Form von Pecha Kucha-Vorträgen durch die Studierenden vorgestellt und als Hausarbeit abgegeben.

Franziska Frisch und Kerstin Osterwaldt

Lotta Gärtner & Chantal Tillot

STADTerLEBEN

Mehr als die Hälfte aller Menschen weltweit leben heute schon in städtischen Gebieten, Tendenz steigend. Die Städte selber stehen dabei in ständiger Konkurrenz zueinander. Sie werben mit Angeboten des Arbeitsmarkts und einer Vielzahl an Freizeitaktivitäten ebenso wie mit einer hohen Lebensqualität für die Bewohner. Doch wie misst man diese Qualität?

Jeder städtebauliche Entwurf startet mit einer Untersuchung des Ortes, der Analyse. Dabei wird die Stadt in ihre Teil-Aspekte gegliedert, welche im Einzelnen untersucht werden. So werden z.B. Schwarzpläne erstellt oder die maßgeblichen Grünräume werden analysiert. Die Analyse ist eine wesentliche und grundlegende wissenschaftliche Methode im Städtebau, die noch lange nicht da zu Ende ist, wo bekannte städtebauliche Untersuchungen aufhören. Oft ist nicht sofort ersichtlich, wie bestimmte urbane Räume funktionieren bzw. warum sie von den Nutzern nicht angenommen werden. Ein Perspektivenwechsel hilft dabei, Verständnis für die vielschichtigen Prozesse und Abläufe in einer Stadt oder einem Quartier zu entwickeln.

Im Seminar werden wir unterschiedliche experimentelle Herangehensweisen an verschiedene Aspekte städtebaulicher Analysen vorstellen und diskutieren. Parallel erfolgt in den jeweiligen Gruppen die Beschäftigung mit thematisch ergänzender Literatur. Das erarbeitete Wissen wird gruppenweise in städtebaulichen Analysen verschiedener Braunschweiger Stadtquartiere erprobt. Die Ergebnisse werden während des Seminars in Form von Pecha Kucha-Vorträgen durch die Studierenden vorgestellt und als Hausarbeit abgegeben.

Jasmin Albrecht und Ira Leifried

Marcel Sonntag

Betreuung: S. Lubahn, A. Jureit

Generische Entwurfsprozesse im Städtebau

Structuralism reloaded, Uwe Brederlau und Florian Holik

Urban Lab

In diesem Seminar werden neue städtebauliche Strukturen experimentell entwickelt und getestet. Begleitet durch kurze Seminare (Methodik und Software) wird eine prozesshafte und regelbasierte Entwurfsmethodik, parametrisches Entwerfen im Städtebau vorgestellt. Zur Bearbeitung des Seminars werden Grundlagen von Grasshopper als Tool zur Erzeugung und Steuerung von Entwurfsprozessen vermittelt und zur Erzeugung und Steuerung parametrischer Entwurfsprozesse eingesetzt. Erfahrungen im Bereich der digitalen Entwurfsproduktion werden vorausgesetzt.In aufeinander aufbauenden Übungen wird zunächst ortlos ein regelbasiertes Konzept entwickelt, das später auf einen konkreten Ort angewendet werden kann. Parameter wie Kompaktheit, Orientierung, Besonnung und Verschattung sollen hierbei in die Konzepte einfließen.Die Entwurfsbearbeitung erfolgt in Gruppenarbeit (max. zwei Studierende).Die generierten, parametrischen Strukturen werden auf ihre Qualität, räumliche Wirkung und Ästhetik sowie Maßstäblichkeit in verschiedenen Medien überprüft. Um das jeweilige Seminarstadium besser beurteilen und entwurfsimmanent weiter ausarbeiten zu können, werden diese jeweils durch Rapid Prototyping materialisiert.
Die Teilnahme an der Vorlesungsreihe „Strategien für einen nachhaltigen Städtebau“ sind verpflichtender Bestandteil des Seminars.
Das Seminar ist auch Vorbereitung für einen im Sommersemester 2012 stattfindenden Entwurf, der die erarbeiteten Kenntnisse vertieft.

fast forward

Gestaltwandel Braunschweiger Stadtentrees

Neu, modern und vor allem autogerecht waren typische Merkmale des Städtebaus der Nachkriegszeit, die auch den Wiederaufbau der Braunschweiger Innenstadt nach der nahezu vollständigen Zerstörung maßgeblich beeinflussten. Eine verkehrsgerechte Planung mit z.T. überdimensionierten Transferräumen prägt die Stadtentwicklung bis heute.

Das unweigerliche Ende des Zeitalters fossiler Energien wird vorrausichtlich wiederum einschneidende Veränderungen des städtischen Raums zur Folge haben und damit einen Gestaltwandel in Gang setzen.
Ausgangspunkt des Seminars ist zunächst eine Auseinandersetzung mit der historischen Entwicklung der Braunschweiger Stadteingänge im Bereich der Okerumflut. Die TeilnehmerInnen des Seminars untersuchen gemeinsam mit Studierenden der HBK Braunschweig die urbanen Räume unter anderem hinsichtlich Gestaltung, Dichte, Funktion, Maßstab und Atmosphäre; immer unter Berücksichtigung des jeweiligen zeitlichen und kulturellen Kontextes.

Vor dem Hintergrund einer sich bereits abzeichnenden Endlichkeit fossiler Energien sollen im Anschluss an die Analyse Ideen, urbane Szenarien für einen zukünftigen Gestaltwandel der Stadtentrees entwickelt werden (Braunschweig nach dem Öl).

Neben Konzepten zur baulichen Umgestaltung, Neuaneignung, Markierung oder Umnutzung sind auch Ideen zu situativen Zwischennutzungen möglicher Leerräume denkbar. Dabei werden verschiedene Zeitebenen und Raumzustände eines Ortes diskutiert, beschrieben und bildhaft gemacht.
Themenbezogene theoretische Ansätze und Raumkonzepte sowie deren Umsetzung in aktuellen Kunst- und Bauprojekten begleiten das Seminar.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Institut für Kunstwissenschaft, HBK Braunschweig, Prof. Dr. Mönninger, statt.

Jens Lehmann (TU), Juliane-Marie Nickel (HBK), Vincent Marius Szur (HBK) und

Lena Nölkenbockhoff (HBK)

Ausstellungsfotos während des Rundgangs 2011

im Foyer der Hochschule für Bildende Künste

urban lab_parametric urbanism

Steven Hahnemann

In diesem Seminar werden neue städtebauliche Strukturen experimentell entwickelt und getestet. Begleitet durch kurze Seminare (Methodik und Software) wird eine prozesshafte und regelbasierte Entwurfsmethodik, parametrisches Entwerfen im Städtebau vorgestellt.

Zur Bearbeitung des Seminars wird die Software Generative Components (GC) zur Erzeugung und Steuerung parametrischer Entwurfsprozesse eingesetzt. Erfahrungen im Bereich der digitalen Entwurfsproduktion werden vorausgesetzt.

In aufeinander aufbauenden Entwurfsübungen wird zunächst ortlos ein regelbasiertes Konzept entwickelt, das später auf einen konkreten Ort angewendet werden kann. Die Entwurfsbearbeitung erfolgt in Gruppenarbeit (max. zwei Studierende).

Die generierten, parametrischen Strukturen werden auf ihre Qualität, räumliche Wirkung und Ästhetik sowie Maßstäblichkeit in verschiedenen Medien überprüft. Um das jeweilige Seminarstadium besser beurteilen und entwurfsimmanent weiter ausarbeiten zu können, werden diese jeweils durch Rapid Prototyping materialisiert.

 

Steven Hahnemann

urban lab 3.0

Seminar zum parametrischen Entwerfen

Generative Components ist ein Werkzeug zur Erzeugung eines parametrischen Modells durch die Erstellung und Berücksichtigung einer Vielzahl von Einflussgrößen. Dabei wird zwischen diesen in der Entstehung und Differenzierung des Systems vermittelt und dadurch eine unterschiedliche Hierarchisierung und Gewichtung von Entwurfskriterien definiert.

Im Seminar werden die Grundlagen von GC (Generative Components) als Tool zur Erzeugung und Steuerung von Entwurfsprozessen vermittelt. Das Seminar gliedert sich in zwei Phasen, nach dem Einstieg in die Grundlagen des Programms und parametrische Entwurfsstrategien folgt die Vertiefung und Umsetzung erster Entwurfskonzepte.

Die Entwurfsergebnisse werden mittels Rapid Prototyping materalisiert.

Die nachfolgende Galerie zeigt Entwurfsergebnisse von: Jascha Fink + Sebastian Fünfzig, Britta Goldenbaum + Julian Steffen, Leonhard Pröttel, Jan Dethlefsen + Jens Lehmann.

 

Urban Life Lab

Sebastian Kaus, Fahim Mohammadi

Parametrisches Entwerfen im Städtebau

New York, Neu-Delhi, Mexiko-City… – Urbanität hat viele Gesichter. Jede Stadt hat ihre eigenen Identitäten, Stärken und Herausforderungen. Die Qualitäten städtischer Räume hängen von vielen Faktoren ab: So sind es z. Bsp. die Gebäudedichte, die Größe und Anzahl der Freiräume oder die Breiten der Transiträume, die die Morphologie von Stadt bedeutend beeinflussen. Die Gestalt von Stadt wird geprägt von der Zusammensetzung und der Gewichtung dieser Faktoren. Im vorliegenden Seminar begreifen wir diese Faktoren als Parameter. Innerhalb eines städtischen Systems oder entwurflichen Konzeptes sollen bestimmte Variablen offen für Veränderungen bleiben: Welches sind die entscheidenden Parameter für eine urbane, qualitätvolle und lebenswerte Stadtgestaltung?

Um darauf Antworten zu finden, untersuchen wir zunächst bestehende Stadtordnungsprinzipien auf die sie charakterisierenden Parameter. In Referaten soll das komplexe Thema anhand von konkreten außergewöhnlichen Stadtbeispielen analysiert, interpretiert und anschließend im Seminar diskutiert werden.

Anschließend werden im Stegreif die gewonnenen Erkenntnisse experimentell umgesetzt und eine Stadtstruktur entwickelt, die visionär den zuvor definierten Parametern entspricht.
Die digitale Weiterentwicklung und Auslotung der Stegreif-Erkenntnisse erfolgt in der das Seminar begleitenden Medienwerkstatt. Hier wird die Zusammensetzung und Gewichtung der Parameter in verschiedenen Szenarien getestet. Ziel ist die Generierung einer spannungsvollen urbanen Raumtransformation.

 

Urban Life Lab

Zwischen Utopie und Realität

Der sorgsame Umgang mit Energie- und Flächenressourcen, sowie der gezielte Einsatz von erneuerbaren Energien ist zentrales Thema dieser Aufgabe. Es sollen technische Innovationen unserer Zeit zu gedachten Reaktionen in der Zukunft thematisiert werden.

Nach einer Research- und Einarbeitungsphase sollen die gewonnen Erfahrungen experimentell im Raum zwischen Utopie und Realität ausgereizt werden. Ziel ist es dabei, ein radikales Konzept zu entwickeln, indem die Komponenten aus Wohnwelten, Bürowelten, Versorgung und Freizeit der zuvor selbst definierten Hypothese gerecht werden.

Rund die Hälfte, der in Europa verbrauchten Energie, dient dem Betrieb von Gebäuden.
Hinzu kommt der für den Verkehr aufgewendete Anteil. Für die Bereitstellung dieser Energie werden in großem Umfang nicht wiederbringbare, fossile Brennstoffe verbraucht, die künftigen Generationen fehlen werden. Der rücksichtslose Verbrauch von Energieressourcen erzeugt Emissionen, die sich negativ auf die Umwelt auswirken. Zudem verringern sich die natürlichen Lebensräume durch Rohstoffausbeute und einer intensiven Landwirtschaft. Diese Situation erfordert ein Umdenken: es müssen neue Konzepte für Stadtstrukturen, Gebäudetypologien, Materialien, sowie für die Mobilität der Zukunft entwickelt werden. Es werden in den einzelnen Arbeiten der Gruppen jeweils selbstgewählteSchwerpunkte zu den Einzelaspekten (Energie, Fläche, Mobilität, Rohstoffe, etc.) des gesamten Themenspektrums bearbeitet.

Andre Schmid, Jonathan Nestler

Zurück in die Zukunft

Städtebauliche Konzeptionen im Konstruktivismus

Das Seminar geht den Theorien des russischen Konstruktivismus nach und untersucht beispielhaft Werke von Künstlern und Architekten dieser Stilrichtung. Ein Schwerpunkt liegt auf ihren Konzeptionen im Städtebau. Dabei werden die gewonnen Erkenntnisse in den Bezug zur Gegenwart und einer möglichen Zukunft gestellt. Ergebnis ist die Ableitung einer eigenständigen Hypothese und Ihre Übersetzung in den Raum.

In der sowjetischen Architektur der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts war der Konstruktivismus eine der einflussreichsten Strömungen in der Kunst, der Architektur und im Städtebau. Diese zeichnete sich u. a. dadurch aus, dass sie für diese beispielhaft genannten Disziplinen eine gemeinsame theoretische und gesellschaftliche Grundlage zur Verfügung stellte. In der sowjetischen Architektur wurde der Begriff Konstruktivismus als eine neue Methode des Entwerfens verstanden. Als bekannte Protagonisten dieser Stilrichtung gelten A. Wesnin, W. Kandinsky, K. Malewitsch, W. Tatlin, K. Melnikow, El Lissitzky und M. Ginsburg.

Sarah Papen, Lisa Manns